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megchen

Seitenrascheln

Todesdrang - Michael Hübner Rezension folgt.
Soul Beach - Frostiges Paradies  - Kate Harrison Rezension folgt.
Joyland - Hannes Riffel, Stephen King Rezension folgt.
Eine Frau bei 1000° - Hallgrímur Helgason, Karl-Ludwig Wetzig Rezension folgt.
Headhunter - Jo Nesbø, Günther Frauenlob Rezension folgt.
Arkadien fällt - Kai Meyer Rezension folgt.
Arkadien brennt  - Kai Meyer Rezension folgt.
Final Cut - Veit Etzold Rezension folgt.
Dreamland - Sarah Dessen Rezension folgt.
Forever  - Maggie Stiefvater Rezension folgt.
Linger  - Maggie Stiefvater Rezension folgt.
Shiver  - Maggie Stiefvater Rezension folgt.
Ewiglich die Sehnsucht - Brodi Ashton „Ewiglich die Sehnsucht“ von Brodi Ashton hätte ich wohl nicht gelesen, wenn ich es nicht als ebook bei den ebook-Wochen bei Thalia umsonst bekommen hätte. Allerdings sprach mich das Thema schon an, obwohl ich die Sage von Orpheus und Eurydike nicht so gut kenne.

Nikki, verbrachte hundert Jahre im Ewigseits, einem mysteriösen Ort, an dem Cole, ein Ewiglicher, sich von ihren Gefühlen nährte. Auch wenn sie ihr gesamtes vorheriges Leben im Ewigseits vergaß, eines konnte sie nicht vergessen – das Gesicht eines jungen Mannes, den sie einmal kannte und das ihr Hoffnung gab. In der realen Welt ist in der Zwischenzeit nur ein halbes Jahr vergangen. Nikki bekommt nun die Chance, für ein halbes Jahr ins Diesseits zurückzukehren, um sich von ihrer Familie und ihren Freunden verabschieden zu können, was ihr, bevor sie zusammen mit Cole ins Ewigseits ging, nicht möglich war. Und sie möchte Jack wiedersehen. Jack, ihr Freund, der überhaupt erst der Grund war, weshalb sie mit Cole ging. Und plötzlich erscheint das halbe Jahr viel zu kurz zu sein, um sich zu verabschieden...

Das Buch las sich sehr flüssig, ich fand den Konflikt, der sich hier auftut, sehr spannend und es war auch spannend geschrieben. Allerdings gab es auch vieles, was mir nicht so sehr gefiel. Zu Beginn der Geschichte wird der Leser förmlich in die Situation Nikkis im Ewigseits hineingeworfen. In anderen Büchern hat mir das auch schon gefallen, plötzlich einfach mitten in einer bestimmten Situation zu stehen, hier aber nicht. Ich war anfangs völlig verwirrt und konnte mit der beschriebenen Szene überhaupt nichts anfangen. Leider tat die Autorin im weiteren Verlauf der Handlung nicht so viel, um das Ewigseits zu erklären. Es beherrscht zwar immerzu Nikkis Gedanken und somit auch die des Lesers, aber was dieses Ewigseits eigentlich ist und vor allem wieso es existiert, wurde mir nicht klar.

Was mich auch störte, war der Umstand, dass alle um Nikki herum es völlig normal fanden, dass sie ein paar Monate verschwunden war. Das müssen schon sehr seltsame Eltern sein, die es einfach so hinnehmen, dass ihre Tochter ein paar Monate verschwunden ist...und auch ihre Mitschüler und Lehrer erklären sich ihr Verschwinden mit Drogenproblemen, was ja auch kein wirklich beruhigender Gedanke ist...

Trotz all dem fand ich das Buch spannend geschrieben, ich fieberte mit Nikki mit und wusste oft genau wie sie nicht mehr, wem ich eigentlich vertrauen kann, oder fragte mich, ob ich überhaupt jemandem vertrauen kann. Ein nicht wirklich überragendes Buch, das aber auch nicht schlecht ist und vor allem spannend.
Pride and Prejudice - Jane Austen „Pride and Prejudice“ stand bei mir seit 2007 im Regal. Ich hatte es mir im Original gekauft und wollte es auf jeden Fall lesen. Allerdings waren dann andere Bücher viel interessanter, sodass es Jahre ungelesen in meinem Regal verbringen musste. Letzten Monat befreite ich es endlich aus seinem traurigen Dasein und las es.

Zum Inhalt muss ich wohl kaum Worte verlieren, da ich denke, fast jeder weiß, worum es in Jane Austens „Pride and Prejudice“ geht. Dadurch, dass ich die Verfilmung mit Keira Knightley schon mehrmals gesehen habe, hatte ich leider schon Bilder der Charaktere im Kopf und konnte sie mir nicht „selbst“ vorstellen. Aber so schlimm fand ich das gar nicht.

Mir fiel es nicht leicht, in die Geschichte hineinzukommen, da die Sprache sehr blumig ist und das gesamte Buch hindurch eigentlich nicht sehr viel passiert. Bei der Verfilmung ist mir das gar nicht aufgefallen, während des Lesens dann allerdings schon. Vielleicht lag das aber auch daran, dass ich die Handlung schon kannte. Nachdem ich aber in den Schreibstil und in das Buch hineingefunden hatten, muss ich sagen – ich mochte es. Ich mochte es wirklich. Auch wenn es sich für mich nicht so leicht lesen ließ wie andere Bücher, die ich davor gelesen habe. Aber das habe ich bei einem Klassiker, den ich im Original lese (Übersetzungen von Klassikern habe ich schon viele gelesen), auch so erwartet.

Ich mochte die Figuren aus Jane Austens Feder sehr gerne, und zwar durch die Bank weg. Ob Lizzie, ihre sehr kindische und egoistische Schwester Lydia, Mr. Bingley, von dem man nicht allzu viel erfuhr, dafür sehr viel über ihn, das Ehepaar Bennett, sogar Bingleys Schwestern, die alles dafür taten, um Jane und ihn auseinanderzubringen. Aber alle Figuren hatten Tiefe und jede Figur hatte ihre Daseinsberechtigung.

Die Charaktere hatten Witz und Charme, die Geschichte ist toll, allerdings hatte sie für meinen Geschmack ziemliche Längen und ich wäre gerne einfacher in das Buch hineingekommen.
Der Mann, der kein Mörder war.   - Hans Rosenfeldt, Michael Hjorth, Ursel Allenstein Ein Schüler eines Elitegymnasiums wird tot in einem sumpfigen Waldgebiet gefunden. Der Mörder hat nicht nur sehr oft auf ihn eingestochen, sondern ihm auch noch das Herz herausgeschnitten. Alles deutet auf einen Ritualmord hin und die Polizei in der Provinz ist mit dem Fall überfordert. Deshalb reist das Team um Kommissar Torkel von der Reichsmordkommission an, die den Fall übernehmen soll. Doch ein eifriger Streifenpolizist möchte partout mitmischen und als auch noch der frühere Polizeipsychologe und alte Teamkollege Torkels, Sebastian Bergmann von dem Fall Wind bekommt und sich ebenfalls einmischt, weiß Torkel nicht, was er davon genau halten soll. Sein Team ist alles andere als begeistert, als Torkel Bergmann auch noch offiziell an den Ermittlungen beteiligt, doch schon bald stellt sich das als großer Vorteil heraus.

Der Klappentext des Buches klang interessant und mein Vater hatte es schon gelesen und für gut befunden, also nahm ich mir den ersten Fall für Sebastian Bergmann auch einmal aus dem Regal. Anfangs war ich etwas verwirrt, da es sich bei diesem Fall doch um sehr viele verschiedene Ermittler handelt, die sich, abgesehen von ein paar Ausnahmen, nur mit Nachnamen anreden. Und diese Nachnamen klangen oft so gleich. Es passierte mir also hier und da einmal, dass ich die Namen verwechselte, allerdings blieb ich nicht sehr lange so verwirrt.

Dieses Buch beinhaltet eigentlich alles, was ein guter Thriller meiner Meinung nach beinhalten sollte: Einen Mordfall, bei dem nichts so ist, wie es scheint und man als Leser immer wieder andere Leute verdächtigt; einen Mörder, aus dessen Sicht man immer wieder ein Kapitel liest, aber trotzdem nicht dahinterkommt, wer es nun war, einen schwierigen Hauptcharakter wie Michael Bergmann, den man aber trotz seiner Verschlossenheit und seines allgegenwärtigem Sarkasmus schnell in sein Herz schließt und Ermittler, von deren Privatleben man gerade so viel mitbekommt, wie es sich auch auf den Fall bezieht.

„Der Mann, der kein Mörder war“ ist unglaublich gut durchdacht. Bei vielen Thrillern geht es mir als Leser so, dass ich zuerst einen Verdacht habe, dann vom Autor wieder auf jemand anderen gelenkt werde, sodass ich denke, mein vorheriger Verdächtiger könne es nicht gewesen sein und am Ende war es doch derjenige, den ich am Anfang verdächtigt hatte. Hier war das aber ganz und gar nicht so. Erst ganz am Schluss hatte ich einen Verdacht gegenüber einer Person – und das war dann doch nicht der wahre Täter. Der Fall ist spannend, der bringt einen zum Nachdenken, er rüttelt auf und was mir besonders gut gefallen hat – der Autor hat es geschafft, dass ich mit jedem einzelnen Ermittler mitfühlen konnte. Dass sie nicht nur Personen blieben, die ermitteln, sondern dass ich sie alle sympathisch fand, dass ich an ihrem Privatleben genauso interessiert war wie an den Ermittlungen im Mordfall. Und dass der eine Handlungsstrang nicht vom anderen ablenkte.

Über 500 Seiten litt ich mit dem armen Streifenpolizisten, der von einem Fettnäpfchen ins andere trat, eigentlich nur helfen wollte und dessen Frau zuhause nur eines wollte – ein Kind von ihm. Um nur ein Beispiel zu nennen, wo mich das private Schicksal eines der Ermittler genauso berührt hat, wie das berufliche.
Im Jenseits ist die Hölle los - Arto Paasilinna Ein dreißigjähriger Journalist wird beim Überqueren einer Straße von einem Auto überfahren. So kann es gehen, wenn man gerade einer hübschen Frau in zu kurzem Rock hinterherschaut. Doch das Jenseits ist bei weitem nicht so, wie er es sich vorgestellt hat. Von nun an wandelt er unsichtbar über die Erde, sozusagen als Geist. Das Dasein als Toter hat zwar viele Vorteile, da man in sehr kurzer Zeit zum Mond schweben und berühmte Tote treffen kann, es hat aber auch durchaus seine Schattenseiten, wie der ehemalige Journalist bald merkt.

Ich hatte mich gefreut, ein witziges Buch über das Leben im Jenseits zu lesen. Die Idee klang echt gut, nur finde ich es wirklich schade, dass der Autor meiner Meinung nach nicht so wirklich viel daraus gemacht hat. Die Idee, wie das Leben nach dem Tod sein könnte, ist interessant und mir so noch nie untergekommen, da es am Leben als „Geist“ noch einen Haken gibt, den ich hier aber nicht verraten möchte, um euch nicht zu viel zu verraten, solltet ihr das Buch noch lesen wollen.

Der Protagonist scheint seine Frau zu Lebzeiten nicht wirklich geliebt zu haben, es wirkt, als sei sie eben da gewesen und das war für ihn vor allem praktisch, da sie sich um den Haushalt und um das Essen gekümmert hat, während er auf der Arbeit war. Kinder hatten die beiden keine. Doch nachdem er überfahren wurde, macht er trotzdem ein paar Besuche in seiner ehemaligen Wohnung und stellt empört fest, dass seine Frau ihn wohl genauso wenig vermisst wie er sie. Seine Meinung, dass er seine Frau selbstverständlich für ihn da sein muss und dass er ebenso selbstverständlich davon ausgeht, dass sie ihn liebt, obwohl er sie nicht liebt, haben ihn mir sehr unsympathisch gemacht. Fast schon komisch fand ich auch seine Eifersucht und Empörung, als er merkte, dass seine Frau ihm keinesfalls hinterhertrauerte, sondern eine Beziehung mit einem anderen Mann begonnen hatte.

Er selbst verliebt sich in eine Frau, die todkrank im Krankenhaus liegt und kann es gar nicht erwarten, dass sie stirbt, weil sie ihn dann sehen kann. Vielleicht sollte einem der Protagonist auch nicht sympathisch sein, ich weiß es nicht.

Der Schreibstil des Romans war in Ordnung, die Geschichte las sich flüssig, was aber auch nichts daran änderte, dass sie sich ab der Hälfte des Buches nur noch zäh dahinschleppte. Es schien, als seien dem Autoren die Ideen ausgegangen, als wisse er nicht mehr, wie er die Geschichte enden lassen solle.

Deshalb konnte mich dieses Buch leider nicht wirklich überzeugen. Vielleicht kann ich auch einfach mit finnischem Humor nichts anfangen. Allerdings habe ich schon andere Bücher finnischer Autoren gelesen, die mir besser gefallen haben.