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Im Jenseits ist die Hölle los - Arto Paasilinna Ein dreißigjähriger Journalist wird beim Überqueren einer Straße von einem Auto überfahren. So kann es gehen, wenn man gerade einer hübschen Frau in zu kurzem Rock hinterherschaut. Doch das Jenseits ist bei weitem nicht so, wie er es sich vorgestellt hat. Von nun an wandelt er unsichtbar über die Erde, sozusagen als Geist. Das Dasein als Toter hat zwar viele Vorteile, da man in sehr kurzer Zeit zum Mond schweben und berühmte Tote treffen kann, es hat aber auch durchaus seine Schattenseiten, wie der ehemalige Journalist bald merkt.

Ich hatte mich gefreut, ein witziges Buch über das Leben im Jenseits zu lesen. Die Idee klang echt gut, nur finde ich es wirklich schade, dass der Autor meiner Meinung nach nicht so wirklich viel daraus gemacht hat. Die Idee, wie das Leben nach dem Tod sein könnte, ist interessant und mir so noch nie untergekommen, da es am Leben als „Geist“ noch einen Haken gibt, den ich hier aber nicht verraten möchte, um euch nicht zu viel zu verraten, solltet ihr das Buch noch lesen wollen.

Der Protagonist scheint seine Frau zu Lebzeiten nicht wirklich geliebt zu haben, es wirkt, als sei sie eben da gewesen und das war für ihn vor allem praktisch, da sie sich um den Haushalt und um das Essen gekümmert hat, während er auf der Arbeit war. Kinder hatten die beiden keine. Doch nachdem er überfahren wurde, macht er trotzdem ein paar Besuche in seiner ehemaligen Wohnung und stellt empört fest, dass seine Frau ihn wohl genauso wenig vermisst wie er sie. Seine Meinung, dass er seine Frau selbstverständlich für ihn da sein muss und dass er ebenso selbstverständlich davon ausgeht, dass sie ihn liebt, obwohl er sie nicht liebt, haben ihn mir sehr unsympathisch gemacht. Fast schon komisch fand ich auch seine Eifersucht und Empörung, als er merkte, dass seine Frau ihm keinesfalls hinterhertrauerte, sondern eine Beziehung mit einem anderen Mann begonnen hatte.

Er selbst verliebt sich in eine Frau, die todkrank im Krankenhaus liegt und kann es gar nicht erwarten, dass sie stirbt, weil sie ihn dann sehen kann. Vielleicht sollte einem der Protagonist auch nicht sympathisch sein, ich weiß es nicht.

Der Schreibstil des Romans war in Ordnung, die Geschichte las sich flüssig, was aber auch nichts daran änderte, dass sie sich ab der Hälfte des Buches nur noch zäh dahinschleppte. Es schien, als seien dem Autoren die Ideen ausgegangen, als wisse er nicht mehr, wie er die Geschichte enden lassen solle.

Deshalb konnte mich dieses Buch leider nicht wirklich überzeugen. Vielleicht kann ich auch einfach mit finnischem Humor nichts anfangen. Allerdings habe ich schon andere Bücher finnischer Autoren gelesen, die mir besser gefallen haben.