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Seitenrascheln

Die Wahrheit über Alice - Rebecca James „Kein Feind kann dir so wehtun wie deine beste Freundin.“

Als ich dieses Buch auf dem Mängelexemplartisch sah, musste ich es einfach mitnehmen. Ich konnte mich dunkel daran erinnern, schon einige begeisterte Rezensionen darüber gelesen zu haben und nahm es deshalb mit. Bestärkt darin, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, wurde ich noch von der Buchhändlerin, die meinte, da habe ich mir ein richtig tolles Buch ausgesucht. Es sähe zwar vom Cover her aus wie ein Liebesroman, sei aber ein sehr spannender Thriller, sie habe es kaum aus der Hand legen können. Das steigerte meine Erwartungen an dieses Buch natürlich noch etwas.

Und ich sollte kein bisschen enttäuscht werden. Katherine ist auf ihrer Schule nicht sonderlich beliebt. Sie ist ein Außenseiter und hat eigentlich keine Freunde. Umso verwunderter ist sie, als Alice, die immer von einem ganzen Schwarm Freundinnen umgeben ist, sie plötzlich zu ihrer Party einlädt. Katherine ist geschmeichelt und bald entwickelt sich zwischen Alice und ihr eine Freundschaft. Sie vertraut Alice und erzählt ihr schließlich sogar von den Umständen des Todes ihrer Schwester, in die Katherine verwickelt war. Doch nach und nach wird Katherine klar, was für eine Person Alice wirklich ist und dass sich hinter ihrer netten, fröhlichen Fassade ein manipulatives, heimtückisches Wesen verbirgt.

Über Alice lernt sie auch Robbie kennen, der Alice vergöttert und zu gerne mit ihr zusammen wäre. Aus diesem Grund lässt er fast alles mit sich machen und merkt überhaupt nicht, wie Alice ihn nur benutzt und manipuliert. Als Katherine schließlich Mick kennen und lieben lernt, scheint sich für sie doch alles zum Guten zu wenden – doch sie hat nicht mit ihrer besten Feindin Alice gerechnet...

Dieses Buch hat mich von Anfang an gepackt und mitgerissen. Der Schreibstil der Autorin ist toll und auch wenn es ein Jugendbuch ist, liest es sich nicht minder spannend als ein Thriller für Erwachsene – im Gegenteil! Es hat mich von Anfang an etwas an „Böses Mädchen“ von Amélie Nothomb erinnert, da Alice genauso manipulativ und ja...böse ist wie Christa. Dieses Buch kann ich ebenfalls jedem ans Herz legen!

Ich fand es toll, wie „Die Wahrheit über Alice“ erzählt wurde: Man erfuhr immer wieder etwas über die Zukunft von Katherine, dann wieder Bruchstücke der Geschichte, wie ihre Schwester ums Leben kam und natürlich von der Zeit, in der sie Alice kennenlernt. Man kann sich sehr gut in Katherine hineinversetzen, da Alice in einem Moment hinterhältig und mies sein kann und Katherine am liebsten nie wieder Kontakt zu ihr hätte, und im anderen Moment ist sie dann wieder lieb und fürsorglich hinsichtlich Katherine, sodass sie selbst sich wie ein schlechter Mensch vorkommt.

Dieses Buch ist ein wirklich toller, extrem spannender Psychothriller im wahrsten Sinne des Wortes. Das Ende hat mich geschockt und traurig und fast mit gebrochenem Herzen zurückgelassen. Ich vermutete von Anfang an, dass so etwas passieren würde, aber das hat es nicht erträglicher gemacht, als es dann passierte. Da konnte auch das Trostpflaster, das die Autorin bereithielt, nichts daran ändern.

Ein tolles Buch und eine dringende Leseempfehlung von mir!