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Das Lied von Eis und Feuer 01:  Die Herren von Winterfell - George R.R. Martin Ich hatte bisher schon so viel von den Büchern und auch der TV-Serie gehört, sowohl Gutes als auch Schlechtes. Und das hat mich neugierig gemacht. Da ich sowieso noch einen Büchergutschein über 30€ hatte, der dringend eingelöst werden musste, kaufte ich mir die ersten zwei Bände der Reihe einfach. Ich hatte zuvor lange überlegt, ob ich die Bücher jetzt auf deutsch oder auf englisch lesen soll und mich letztendlich dafür entschieden, sie auf deutsch zu lesen.

Worüber ich mir auch viele Gedanken gemacht habe, war: Wie schreibt man denn jetzt eine Rezension zu so einem komplexen Buch? Die vielen Charaktere haben mich am Anfang sehr verwirrt, andauernd musste ich nachschlagen, wer das denn nun schon wieder war, aber mit der Zeit wurde es besser. Da in diesem Buch jedes Kapitel aus der Sicht einer anderen Hauptperson erzählt wird, bekommt man sehr schnell einen Einblick in das Leben und den Charakter dieser Personen. Das erste Buch dreht sich um das Leben der Familie Stark, die auf Winterfell, ganz im eisigen Norden des Landes Westeros herrscht.

Das Familienoberhaupt ist der gütige, pflichtbewusste Lord Eddard ‚Ned’ Stark, der mit seiner Frau Catelyn auf Winterfell herrscht. Eddards und Catelyns ältester Sohn Robb übt sich schon fleißig im Fechtkampf, da er einmal Eddards Nachfolger werden soll, während Bran, sein jüngerer Bruder lieber über die Dächer der Burg klettert und seine Freiheit genießt. Sansa, die älteste Tochter der Starks, geht voll in ihrem Dasein als Prinzessin auf, himmelt tapfere Ritter an und kann überhaupt nicht verstehen, dass ihre jüngere Schwester Arya lieber ein Ritter sein will, statt einen anzuhimmeln. Und neben Rickon, dem Jüngsten, ist da noch Jon Schnee, der Bastard des sonst so ehrenhaften Eddard Stark, der ein sehr inniges Verhältnis zu seinen Geschwistern, besonders zu Arya hat, den Catelyn aber zutiefst verabscheut und der sich deshalb nie das Gefühl hat, wirklich zur Familie zu gehören.

Die zumindest für einen Außenstehenden heil erscheinende Welt der Starks wird erschüttert, als König Robert, ein alter Freund Neds, mit seinem gesamten Gefolge in Winterfell aufschlägt und Ned anbietet, seine rechte Hand zu werden. Dieser würde lieber auf Winterfell bleiben, kann das Angebot Roberts aber nicht abschlagen, ohne diesen zu beleidigen und macht sich, zusammen mit ihm und seinem Gefolge, sowie seinen zwei Töchtern in den Süden, zum Königshof auf. Jon Schnee wählt währenddessen das Schwarz und schließt sich, wie sein Onkel, der Nachtwache an, die an der Mauer weit im Norden postiert ist. Über das, was hinter der Mauer lauert, erzählt man sich gruselige Geschichten, doch weiß niemand so genau, ob diese nun wahr sind oder nicht.

Insgesamt beinhaltet das Buch mehr historische Elemente, als Fantasy-Elemente, auch wenn diese im Prolog aufgegriffen werden, in dem Männer der Nachtwache auf lebende Tote stoßen, die nicht gerade zimperlich mit ihnen umgehen. Was es damit genau auf sich hat, erfährt man im ersten Band der Saga noch nicht, aber ich finde es interessant, wie gut dieser eher fantastisch anmutende Erzählstrang mit der Hauptgeschichte verwoben ist. Er taucht auch während der nachfolgenden Handlung immer wieder auf, bleibt aber eher unauffällig.

Auch wenn viele sagen, die Geschichte beinhalte wenige Charaktere, die sie mochten – mir ging es eigentlich gar nicht so. Die Kinder der Starks, allen voran Jon Schnee und Arya, aber auch Bran sind mir im Laufe der Handlung sehr ans Herz gewachsen. Auch ihren Vater, Lord Eddard, mochte ich und, ich weiß zwar nicht genau warum, aber ich mochte auch Catelyn, Eddards Frau, obwohl es mir jedes Mal das Herz brach, wenn sie John Schnee so schrecklich behandelte. Aber sie scheint für die Welt, in der die Handlung spielt, eine sehr emanzipierte Frau zu sein, die weiß, was sie will und das gefällt mir. Daenerys Targaryen, die von ihrem Bruder an den Khaal eines wilden Reitervolkes verheiratet wird, ist mir auch sehr sympathisch und ich möchte unbedingt wissen, wie es mit ihr weitergeht.

Alles in allem war es zwar manchmal etwas mühsam, die vielen Namen zu behalten und nachzuvollziehen, wer jetzt welche Intrige gegen wen spinnt. Aber es war spannend geschrieben und als ich dann dazu kam, eine ganze Weile am Stück lesen zu können, konnte ich gar nicht mehr aufhören, zu lesen.