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Immer wieder das Meer - Natasa Dragnic Dieses Buch habe ich bei vorablesen.de gewonnen. Vielen Dank dafür!
Alles beginnt in der Toskana. Roberta, die dort zusammen mit ihrem Verlobten Marcello gerade Urlaub macht, muss ihn, da er krank ist und Fieber hat, alleine im Hotelzimmer zurücklassen. Vor einer Statue in einer Kapelle begegnet sie Allessandro Lang, einem Dichter, der sie vom ersten Moment an fasziniert. Sie trennt sich von Marcello, genießt die raren Momente, in denen sie mit Alessandro zusammen sein kann. Ihre Familie ist nicht sehr begeistert von der Tatsache, dass sie sich von ihrem Verlobten getrennt hat und brennt darauf, den geheimnisvollen Allessandro einmal kennenzulernen. Doch das möchte Roberta nicht, hütet ihn wie einen Schatz, bis er eines Tages Lucia, ihre jüngere Schwester, kennenlernt. Als herauskommt, dass auch Lucia ihre amourösen Erlebnisse mit Allessandro hatte, führt das zum Zerwürfnis zwischen den beiden Schwestern. Sie verlieren sich viele Jahre lang aus den Augen, auch ihre kleine Schwester, Nannina, führt inzwischen ein eigenes Leben in München und hat eine Affäre mit einem verheirateten Mann. Viele Jahre vergehen, Nannina bekommt ein uneheliches Kind, während Roberta fast an ihrem Kinderwunsch verzweifelt, sie und ihr Mann aber keine Kinder bekommen können.

Da wir in diesem Buch immer wieder einen Blick voraus schauen können und dem Leser klar ist, dass in ferner Zukunft eine der Schwestern Alessandro heiraten wird, stellt sich einem beim Lesen des Buches natürlich die entscheidende Frage: Welche der Schwestern wird denn nun Alessandros Frau? Und weshalb gerade sie?
Die Frage, die ich mir viel eher gestellt habe, ist: Was finden die Schwestern denn eigentlich überhaupt an Alessandro? Und genau diese Frage erklärt auch das Problem, das ich mit diesem Buch hatte. Der Schreibstil ist toll, er entführt einen sofort ins sommerliche Italien, er lässt einen mit den Schwestern mitfühlen, sich mit ihnen freuen, bringt den Leser dazu, mit ihnen zu leiden. Ich kann gar nicht sagen, welche der drei Schwestern mir sympathischer war, da es sowohl bei Roberta, als auch bei Lucia und Nannina Momente gab, in denen ich sie sehr mochte, aber andererseits auch wieder Augenblicke, in denen ich sie hätte würgen können und in denen ich mich sehr über sie geärgert habe. Die Familiengeschichte, die hier erzählt wurde, steckt voller Wärme, die trotz all der tragischen Ereignisse, die geschehen, fast nie verloren geht und ich mochte alle Hauptcharaktere – außer Alessandro. Mir ist klar, dass er geheimnisvoll wirken soll, aber da man über ihn, außer, dass er mal hier, mal dort ist, sich oft wochenlang oder gar monatelang nicht meldet und dann plötzlich wieder hereinschneit, gut aussieht und sich in Kunsthistorik sehr gut auskennt, nicht sehr viel erfährt, blieb er für mich sehr blass und ich konnte kein bisschen nachvollziehen, wie er es schafft, so viele Frauen in seinen Bann zu ziehen.

Fazit: Meiner Meinung nach wäre dieses Buch auch sehr gut ohne Alessandro ausgekommen.