1 Follower
4 Ich folge
megchen

Seitenrascheln

Rauhnacht  - Volker Klüpfel, Michael Kobr Im fünften Band der Kluftinger-Reihe sollte sich Kommissar Kluftinger eigentlich auf ein erholsames Ferienwochenende mit seiner Frau Erika in den verschneiten Allgäuer Bergen freuen. Schließlich hat ihn die Hotelchefin persönlich eingeladen. Was seine Freude auf das Wochenende allerdings ganz erheblich trübt, ist, dass das Ehepaar Langhammer mit von der Partie ist.

Und natürlich erwarten alle - allen voran Doktor Langhammer -, dass Kommissar Kluftinger in dem an diesem Wochenende anstehenden Kriminalspiel den Fall in kürzester Zeit lösen wird.

Aus dem Spiel wird in kürzester Zeit Ernst, da Mario Weiß, der sich bei den anderen Gästen schon bald nach seiner Ankunft im Hotel unbeliebt gemacht hat, ermordet in seinem von innen abgeschlossenen Zimmer gefunden wird. Kluftinger legt seine Poirot-Verkleidung ab und fängt an, richtig zu ermitteln. Lieber wäre dem Kommissar, wenn seine Kollegen von der Spurensicherung vor Ort wären, da aber ein Schneesturm um das Hotel tobt und Lawinengefahr herrscht, kann niemand das Hotel betreten oder verlassen und Kluftinger muss sich auf die Zusammenarbeit mit Langhammer einlassen.

Dieser strapaziert Kluftingers Nerven sehr, da er mit einem Detektivkoffer ankommt, den ihm seine Mutter geschenkt hat und grundsätzlich von allen Zeugen Fingerabdrücke nehmen will – wenn nötig, auch mit Gewalt.

Ich muss gestehen, dass ich noch nie einen Krimi von Agatha Christie gelesen habe, aber wenn hier der Stil ihrer Krimis nachgeahmt wurde, muss ich wohl unbedingt einmal einen lesen. Der fünfte Fall ist nicht so spektakulär wie sein Vorgänger, aber er passt zu dem Handlungsort, an dem er sich abspielt. Außerdem ist die eher unfreiwillige Zusammenarbeit mit dem Doktor immer wieder zum Schreien komisch und ich habe das eine oder anderen Mal vor mich hin gekichert. Scheinbar kann Kluftinger die Gesellschaft von Langhammer doch besser ertragen, als er bisher dachte.

Ansonsten ist Klufti natürlich wieder sein unverkennbares, schrulliges Selbst und bringt sich immer wieder in sehr skurrile Situationen – ob nun beim Frühstücksbuffet, mit dem er nicht zurechtkommt oder gar bei seinen Ausflügen ins Internet, bei denen er auf dubiosen Seiten mit seinem Kollege Maier chattet, der der einzige ist, der zwischen den Weihnachtsfeiertagen und Silvester Dienst hat und sich als erstaunlich nützlich erweist.

Dieser Kluftinger hat mir genauso gut gefallen wie der vorherige Fall, obwohl oder gerade weil er von der Handlung und der Stimmung her grundverschieden ist. Es war auch interessant, Kommissar Kluftinger einmal fast ganz auf sich allein gestellt ermitteln zu sehen. Sehr empfehlenswert!