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megchen

Seitenrascheln

Fifty Shades of Grey  - E.L. James Ich würde dieses Buch eher „Fifty Shades of blah“ nennen, das wäre ein geeigneterer Titel. Jedenfalls in meinen Augen. Aber ich bin ja selbst schuld, ich habe es mir sogar gekauft, weil ich einfach zu neugierig war, um es nicht zu lesen. Worum es geht, weiß ja eigentlich sowieso schon jeder…

Der Vollständigkeit halb hier doch noch etwas zum (sowieso sehr dürftigen) Inhalt: Die Studentin Anastasia Steele trifft auf den superreichen Multimilliardär Christian Grey. Eigentlich hätte ihre Freundin und Mitbewohnerin Kate das Interview für die Collegezeitung mit Mr. Grey führen sollen, liegt aber krank zuhause, sodass sie Ana bittet, für sie einzuspringen. Schon bei ihrem ersten Treffen ist Ana hin und weg von Christian Grey. Er ist gutaussehend und hat gleichzeitig etwas mysteriöses an sich, was Ana fasziniert.

Christian läuft Ana anfangs andauernd über den Weg, so oft, dass es kein Zufall sein kann und schließlich gehen sie eine sehr seltsame Art Beziehung ein. Denn Christian möchte keine kitschige Liebesbeziehung mit Ana führen, er möchte, dass sie seine neue Sub wird.
Er macht ihr sehr teure Geschenke (ein Audi, wertvolle Erstausgaben, ein Blackberry und einen Laptop), möchte aber, bevor er weiterhin Sex mit ihr hat, dass sie einen Vertrag unterzeichnet, in dem genau festgelegt ist, welche Art Spielzeuge Christian in seinem „Red Room of Pain“ an Ana ausprobieren darf und was nicht, dass sie regelmäßig zu essen und genug zu schlafen hat, dass sie mindestens drei Mal in der Woche Workout mit einem von Christian bestimmten Personal Trainer zu betreiben hat, und, und und…

Wie das Buch endet, verrate ich hier nicht, ich war gespannt, da es hieß, es soll mit einem Cliffhanger enden. Meiner Meinung nach hätte man die Geschichte am Ende des ersten Buches auch enden lassen können und keine Trilogie daraus machen, aber gut.

Der Schreibstil hat mir wirklich nicht gefallen, inhaltlich passiert irgendwie auch nicht sehr viel, aber trotzdem wollte ich immer weiterlesen. Ich weiß auch nicht, woran das lag. Ana, die weibliche Hauptperson, war mir so gar nicht sympathisch. Ich konnte mich auch nicht wirklich mit ihr identifizieren. Sie wirkt blass, farblos, identifiziert sich nur über ihre wie auch immer geartete Beziehung zu Christian. Und mir sind natürlich all die Parallelen zu Bella aufgefallen, was ja nicht überraschend ist, da ich hier „Twilight“-Fanfiction in Buchform lese.

Auch Christian ist mir nicht sympathisch, da man zu ihm überhaupt keinen Zugang hat. Er ist relativ emotionslos, kein „Kontrollfreak“, sondern ein unheimlicher Stalker – und dass er sehr, sehr reich und attraktiv ist, wiegt seine negativen Eigenschaften meiner Meinung nach kein bisschen auf. Seine Vorlieben finde ich nun ehrlich gesagt nicht sonderlich schlimm – jedem das seine. Außerdem ist Ana ja nicht gezwungen, eine Beziehung mit ihm einzugehen, da er von vorne herein offen auf den Tisch legt, was für ihn eine „Beziehung“ ausmacht. Christian geht es darum, seine BDSM-Phantasien auszuleben, um Sex und um Kontrolle über seine aktuelle Sub.

Aber die seltsame Art Beziehung, die die beiden haben, mal dahingestellt, fand ich dieses Buch einfach nicht so interessant, wie ich es mir erhofft hatte. Es ist nichts enthalten, was ich irgendwie schockierend fände. (Außer, dass Ana Jungfrau ist, sich noch nie selbst befriedigt und zusammen mit Christian plötzlich die Orgasmen ihres Lebens hat.) Auch die BDSM-Beziehung, die die beiden führen, wäre nichts Besonderes, wenn nicht Ana diese nur führen würde, um ihren „schwarzen Ritter“ zur „guten Seite“ zu bringen. Wenn beide dieselben Interessen hätten, wäre die Situation von Christian und Ana nicht so entnervend.

Die zahlreichen Wortwiederholungen sind auch einfach nur nervend, ich fand es sehr verstörend, dass Anna nicht nur eine „inner godess“, sondern auch noch ein „selfconscious“ hat, das weiblich ist und mit ihr redet, oder sie über ihre Brillengläser hinweg strafend ansieht.

Das gesamte Buch könnte man in einem Satz zusammenfassen: Schwerreicher und psychisch leicht verkorkster Stalker trifft auf Mauerblümchen und sie haben Sex.