1 Follower
4 Ich folge
megchen

Seitenrascheln

Die Weihnachtskatze: Ein Fall für Mrs. Murphy - Rita Mae Brown, Margarete Längsfeld, Sneaky Pie Brown Als Harry Harristeen sich, wie jedes Jahr vor Weihnachten, einen Baum aus der Baumschule der „Brüder in Liebe“ , die im kleinen Örtchen Crozet ihr Kloster gebaut haben, aussuchen möchte, stolpert sie dort förmlich über einen toten Mönch. Keiner kann sich erklären, warum jemand Bruder Christopher töten wollen würde und der gesamte Orden ist geschockt.

Harry aber kann sich nicht vorstellen, dass einer der Bürger von Crozet einen Mönch umgebracht haben soll und verdächtigt zunächst die Brüder selbst. Doch dann geschieht ein zweiter Mord – wieder wird ein Mönch – diesmal Bruder Speed, der in seinem weltlichen Leben ein Pferdejockey war, mit durchschnittener Kehle und einem Obolus unter der Zunge aufgefunden.

Gemeinsam mit ihrer Katze Mrs. Murphy will Harry der Sache auf die Spur gehen.

Es war das erste Buch, das ich je von Rita Mae Brown gelesen habe. Meine Brieffreundin hat es mir zu Weihnachten geschenkt und da es ein Krimi war, Katzen darin vorkamen und mich der Klappentext neugierig gemacht hatte, wollte ich es unbedingt lesen.

Wirklich gefallen hat es mir allerdings nicht. Auch wenn es der 17. Band der Reihe ist, fand ich es etwas befremdlich, dass der Leser sofort ins Geschehen geworfen wurde und die Personen, die im Buch vorkamen, so gut wie gar nicht vorgestellt wurden. Ich war zunächst einmal einfach überfordert mit den vielen Personen. Seltsam fand ich es auch, dass die Tiere im Buch sprechen können. Ich meine, ich habe auch schon „Als die Tiere den Wald verließen“ und ähnliche Bücher gelesen, in denen die Tiere auch sprechen konnten, aber bei diesem Buch hat mich das sehr gestört.

Wahrscheinlich lag das daran, dass mir besonders die Katzen im Buch so vermenschlicht vorkamen. Sie bezeichnen Harry als ihre „Mutter“ und begleiten sie, genau wie ihre Hündin, überall mit hin. Das würden Katzen in diesem Maße niemals tun. Was mich auch sehr gestört hat, war einerseits diese „Heile-Welt-Mentalität“, die im Dorf Crozet vorherrscht, dieses Kleinstädterische. Das alleine hätte mich gar nicht so sehr gestört, es war allerdings gepaart damit, dass all diese Leute eine sehr liberale Auffassung zu allem hatten. Das wirkte so schrecklich aufgesetzt, selbst das alibimäßige lesbische Pärchen fehlte in diesem Dorf nicht.

Dass jeder in diesem Dorf Verständnis für jeden hat, egal, was dieser auch getan hat, hat mich auch sehr irritiert. Bis zum Schluss verwundert hat mich auch die Tatsache, dass niemand in Crozet sonderlich aufgewühlt war, weil dort Morde geschahen. Man hatte den Eindruck, dass jeder sich denkt: „Och…das schon wieder…“, mit den Schultern zuckt und weiter seinem Tagwerk nachgeht.

Auch die teilweise dann doch noch recht spannende eigentliche Handlung änderte nichts daran, dass ich dieses Buch nicht so toll fand und wohl auch keinen weiteren von Rita Mae Browns Katzenkrimis lesen werde. Allerdings hat mir meine Mutter schon andere von Rita Mae Browns Büchern empfohlen, die ich mir gleich mal bei ihr ausgeliehen habe.