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megchen

Seitenrascheln

Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry - Rachel Joyce Dieses Buch steht schon länger bei meinen Eltern im Bücherregal. Das Cover hat mich irgendwie angesprochen und die Kurzbeschreibung klang auch sehr gut.

Ich weiß nicht so recht, was ich bei diesem Buch erwartet habe. Einerseits genau das, was ich bekommen habe, andererseits aber auch wieder nicht.

Harold Fry bekommt eines Tages Post von einer alten Freundin und Kollegin, die er schon Jahrzehnte lang nicht mehr gesehen hat. Sie schreibt, sie habe Krebs und ein Hospitz sei jetzt zu ihrer letzten Heimat geworden. Harold schreibt ihr einen Brief zurück und möchte eigentlich nur zum Briefkasten laufen, um ihn einzuwerfen.

Doch dann läuft er weiter, immer weiter. Für Queenie Hennessy. Denn solange er zu ihr auf dem Weg ist, wird sie auf ihn warten. Und leben. In diesem Buch geht es um Harold und Queenie, es geht aber genauso um Harold und Maureen, seine Frau. Und um David, ihren Sohn.

Ich will hier gar nicht so viel vom Inhalt verraten. Dieses Buch hat mich teilweise sehr berührt. Harold war mir von Anfang an sehr sympathisch und ich fand es toll, wie man in Rückblenden immer wieder etwas von seiner früheren Arbeit und somit von seiner Freundschaft mit Queenie zu erfahren.

Ich fand es toll, dass Harold sich einfach so, völlig unvorbereitet, mit einfachen Segelschuhen und nicht sehr viel im Gepäck, auf den Weg zu Queenie macht. Aber auf der anderen Seite konnte ich auch sehr gut mit Maureen mitfühlen, die von einem Tag auf den anderen von Harold „verlassen“ wird. Sie weiß nicht, wieso er unbedingt zu Queenie laufen muss, sie ist sich auch nicht mehr so sicher, wie die Beziehung zwischen Harold und Queenie war, da die Presse von Harolds Fußmarsch Wind bekommt und in den Zeitungen von einer unglaublichen Liebesgeschichte zu lesen ist.

Wie Harolds Reise ausging, fand ich nicht überraschend, aber das macht gar nichts, finde ich. Das Buch hat mich einige Male traurig und nachdenklich gemacht und doch mochte ich es. Den Schreibstil fand ich auch sehr schön.