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megchen

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Populärmusik aus Vittula - Mikael Niemi Ich weiß nicht genau, wie ich dieses Buch beschreiben soll. Ich wollte es schon lange mal lesen, nachdem meine Eltern, von denen ich es ausgeliehen hatte und eine liebe Freundin mir wärmstens ans Herz gelegt haben. Aufgrund des Titels dachte ich, es gehe hauptsächlich um Popmusik aus Schweden, aber das tat es gar nicht.

Es geht um die Kindheit von Matti, den der Leser kennenlernt, als er gerade dabei ist, einen Pass in Nepal zu erklimmen und der dort oben schließlich mit der Zunge an einer tibetanischen Gebetsplatte hängen bleibt und Angst hat, dort oben zu erfrieren, weil er nie wieder wegkommt.

Das ganze Buch ist mit solchen Skurrilitäten gespickt. Es ist praktisch eine Aneinanderreihung seltsamer Begebenheiten – und ich mochte es! Manche Dinge, die Matti aus seiner Jugendzeit erzählt, können gar nicht wahr sein, da driftet die Erzählung sehr ins Phantastische hinüber, zum Beispiel, als er als Junge in einen Geräteschuppen kriecht und sich dann dort im Kanonenofen vor dem Hausmeister der Mädchenschule, auf deren Gelände, der Geräteschuppen liegt, verstecken muss. Matti bekommt die Tür des Kanonenofens nicht mehr auf und muss so im Ofen bleiben, bis er so groß geworden ist, dass er nicht mehr in den Ofen hineinpasst und diesen sprengt. Diese kleine Geschichte fand ich schon sehr skurril.

Aber es gibt in diesem Buch wirklich alles, was wahrscheinlich zu einer finnisch-schwedischen Jugend dazugehört: Sehr seltsame Nebenjobs (Ratten töten. Viele Ratten töten.), Saunabesuche mit der Familie, Familienfeiern, die eigentlich immer in Besäufnisse und manchmal auch Schlägereien ausarten und schließlich gründen Mattis und seine Kumpels auch noch eine Rockband und werden dafür nicht etwa ausgebuht, sondern teilweise sogar angehimmelt.

Ich weiß nicht so genau, ob ich die Hauptfigur jetzt sympathisch fand oder nicht. Ich komme einfach aus einem völlig anderen Umfeld wie das, das der Erzähler des Romans hier schildert, aber nichtsdestotrotz hat es einen sehr großen Spaß gemacht, von Mattis wilden Erlebnissen zu lesen und ich musste wirklich oft in mich hineingrinsen, wenn ich mir die Geschehnisse bildlich vorgestellt habe.
Dieses Buch kann ich weiterempfehlen!