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megchen

Seitenrascheln

Fifty Shades Freed  - E.L. James Also…ähm…ja. Den dritten Band der Trilogie habe ich nun auch gelesen und ich muss sagen – ich bin so froh, dass ich diesen Mist jetzt ausgelesen hab und jetzt endlich mal wieder ein gutes Buch lesen kann!
Vom Inhalt her war der dritte Band der Reihe etwas abwechslungsreicher als die ersten zwei Bände, vor allem abwechslungsreicher als der erste Band, da ist ja fast gar nichts passiert.
Das heißt allerdings leider nicht, dass der dritte Band meiner Meinung nach besser war als seine Vorgänger. Ana und Christian haben geheiratet. Wie die Hochzeit und die Feier danach vonstatten gingen, erfährt man durch Anas Flashbacks. Inzwischen sind die beiden in Frankreich an der Côte d’Azur auf Flitterwochen. Diese könnten so romantisch sein, wenn nicht Christian total austicken würde, nur, weil Ana am Strand oben ohne herumliegt und sich sonnt. Zur Strafe fügt er ihr beim Sex Bissspuren an den Brüsten zu – fragt nicht…

Irgendwann sind ihre Flitterwochen dann auch wieder zu Ende und Anastasia geht – nach einer kleinen Diskussion mit Christian, der immer noch möchte, dass sie zuhause bleibt und nicht arbeitet – wieder arbeiten. Daraufhin bietet Christian ihr an, die ganze Firma zu leiten. Sie möchte das allerdings nicht, da sie sich das als Kunst- und Literaturstudentin einfach nicht zutraut, er ist ein bisschen enttäuscht, dass sie auf seinen Vorschlag hin nicht freudestrahlend „Ja“ sagt.

Ansonsten haben sie Sex und haben Sex und haben Sex, nun wieder nicht nur Blümchensex, weil Ana unbedingt von sich aus öfter einmal in seinen „Red room of pain“ will. Dort macht Ana dann auch zum ersten Mal Bekanntschaft mit einem „butt plug“. Was besonders eklig ist, ist, dass Christian ihr hinterher erzählt, er würde diese benutzten „butt plugs“ waschen, oder seine Submissives oder…Mrs. Jones, seine Haushälterin. Eww! Ich frage mich wirklich, wie man auf solche Ideen kommt! Was im dritten Band zum zweiten Mal passiert und was ich immer noch eklig finde, ist, dass Ana sich die Zähne mit Christians Zahnbürste putzt und sich dabei furchtbar sexy fühlt. O-kay…

Anas Stiefvater Ray wird bei einem Autounfall schwer verletzt und Christian kümmert sich in der Zeit, in der Ray im Koma liegt, rührend um Ana.
Irgendwann fällt ihr dann auf, dass sie schon länger keine Besuch ihrer Frauenärztin mehr hatte (die kommt nämlich ganz feudal zu ihr nach hause) und auch ihre Spritzen zur Verhütung vergessen hat. Es kommt wie es kommen muss – Ana ist natürlich schwanger. Und Christian findet das gar nicht gut. Er ist wütend, schreit sie an und verschwindet aus der Wohnung. Ein paar Stunden später kommt er völlig betrunken wieder und Ana ist schon bereit, ihm zu vergeben, als sie zufällig eine SMS von Elena auf Christians Handy findet. Sie fühlt sich betrogen und verraten, da Christian ausgerechnet zu dieser Frau, die Sex mit ihm hatte, als er minderjährig war und ihn in die BDSM-Welt einführte, geht und ihr erzählt, dass seine Frau schwanger ist.

Daraufhin zoffen sich die beiden so richtig und ich muss sagen, das war der einzige Teil des Buches, der mich zumindest ein bisschen amüsiert hat.
Dann überschlagen sich die Ereignisse ein bisschen, da Jack Hyde, ihr ehemaliger Chef, bei Ana anruft, ihr mitteilt, dass er Mia, die kleine Schwester von Christian, entführt hat und 5 Millionen Dollar haben möchte. In zwei Stunden. Ana flippt aus, geht zur Bank und erwartet natürlich, dass man ihr dort die 5 Millionen einfach so auszahlt, in bar. Hatte ich erwähnt, dass die gute Frau der naivste und dümmste Mensch ist, der mir je untergekommen ist? Jedenfalls verprügelt Jack sie, sie schafft es allerdings, ihm ins Knie zu schießen und „saves the day“. Während sie im Krankenhaus liegt, weicht Christian nicht von ihrer Seite und ist plötzlich auch einverstanden mit dem Baby, das Ana nur „little blip“ nennt.

Am Ende des Buches erwartet einen dann noch ein sehr schnulziger Epilog, in dem Ana und Christian in ihrem schönen neuen Haus wohnen, ihr zweijähriger Sohn um sie herumtollt und ihre Tochter auf dem Weg ist. Sie haben natürlich immer noch atemberaubenden S/M-Sex. Und als ob das nicht genug wäre, bekommt der Leser ganz zum Schluss noch einen Teil der Geschichte aus Christians’ Sicht geschildert. Der Teil, in dem er adoptiert wird, war ja noch okay, aber dass man die erste Begegnung von Ana und Christian noch einmal aus Christians Sicht schildert, war meiner Meinung nach völlig unnötig. Was mich hier noch aufgeregt hat, war Christians Gedankengang: Ana hatte noch nie einen Freund, ihre sexuelle Orientierung haben seine Spürhunde auch nicht herausbekommen können, sie ist „schon“ 21 – also könnte sie durchaus lesbisch sein. Argh.

Nun ja, ich bin jedenfalls nur froh, dass dieses Drama nun ein Ende hat und finde es schon etwas bedenklich, dass die Bücher dem Leser suggerieren: Christian ist ein psychisch gestörter Stalker, der seine Frau überwacht und etwas seltsame Vorlieben hat („to beat the shit out of women“), aber das ist ja alles gar nicht schlimm, denn er hatte eine schlimme Kindheit, ist adoptiert und, das wichtigste von allem, sieht umwerfend gut aus!