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Tiefe - Henning Mankell Ich wollte schon immer mal einen Krimi von Henning Mankell lesen. Da ich allerdings, bevor ich in die Stadtbücherei ging, geschaut hatte, ob sie den ersten Wallander-Krimi da hatten und er gerade ausgeliehen war, nahm ich mir „Tiefe“ mit, da dieser Krimi nichts mit Kurt Wallander zu tun hat.

Es geht um Lars Tobiasson-Svartman, einen Marineoffizier und Seevermessungsingenieur. Er hat in der Zeit des 1. Weltkrieges die Aufgabe, auf einem Kriegsschiff mitzufahren und Fahrrinnen in der Nähe der Schären (kleiner, unwirtlicher Inseln) zu vermessen, damit neue Fahrwasser für schwedische Schiffe entstehen, falls sie wegen des Krieges die alten nicht mehr nutzen können.

Diesem Job geht er auch gewissenhaft nach, anders als sein direkter Kollege, der wegen eines Alkoholproblems nach einiger Zeit ausfällt. Lars’ Gewissenhaftigkeit lässt aber in dem Moment zu wünschen übrig, als er morgens auf eine der Schären rudert, da er glaubt, dort etwas gesehen zu haben. Und richtig: Er entdeckt dort, am unwirtlichsten Ort Schwedens, eine Frau, die schon sehr lange Zeit in einer Hütte auf dieser Felseninsel wohnt. Sara-Fredrika war einst mit ihrem Mann zur Insel gekommen, dieser kam aber bei einem Unfall beim Fischen ums Leben. Seitdem lebt sie alleine auf der Insel, lebt von dem, was das Meer ihr bietet.

Lars ist wie besessen von dieser Frau, er übernachtet bei einem Sturm in ihrer Hütte, wo sie sich auch körperlich näher kommen und fährt immer wieder zu der Insel hinüber. Doch sein Auftrag ist nach einigen Monaten beendet und er fährt wieder nach hause, zu seiner Frau. Sara-Fredrika erzählt er, seine Frau und seine Tochter seien bei einem tragischen Unglück ums Leben gekommen.

Doch auch nachdem sein Auftrag beendet ist, sucht und findet er immer wieder Möglichkeiten und Ausreden, um zur Insel und zu Sara-Fredrika zurückzukommen. Er verstrickt sich dabei in ein immer dichter werdendes Netz aus Lügen und scheut schließlich nicht einmal vor einem Mord zurück.

Schließlich teilen ihm beide Frauen mit, dass sie schwanger sind und damit nehmen das Unheil und das dramatische und gruselige Ende dieser Geschichte seinen Lauf…

Mich hat die Geschichte etwas an die Krimis von Patricia Highsmith erinnert. Warum dem so war soll jeder selbst herausfinden, ich möchte hier nicht spoilern. Das Buch ist sehr beklemmend und ich weiß immer noch nicht, was mir die Geschichte eigentlich sagen sollte, aber spannend zu lesen war es auf jeden Fall.