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megchen

Seitenrascheln

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand - Jonas Jonasson Allan Karlsson hat keine Lust darauf, seinen 100. Geburtstag groß zu feiern. Schon gar nicht mit dem Bürgermeister, einigen Leuten von der Presse und zu allem Überfluss auch noch Schwester Alice, die er so gar nicht leiden kann. Deshalb steigt er kurzentschlossen aus dem Fenster seines Zimmers im Altersheim, schlurft in Pantoffeln durch das Blumenbeet und verschwindet. Irgendwohin, Hauptsache weit weg von dem ganzen Trubel. Seine erste Anlaufstelle ist das Reisezentrum im Ort, wo er auf ein Mitglied einer Rockergruppe trifft, sich bereiterklärt, auf dessen Koffer aufzupassen und diesen dann kurzentschlossen einfach mitnimmt, da er seinen Bus erwischen möchte.

Das ist der Anfang einer irren, spektakulären Reise, während der er auf Julius, den über 70jährigen Meisterdieb, auf Benny, den Imbissbudenbesitzer, der enorm viele Studiengänge bis fast zum Abschluss absolviert hat und schließlich auf eine schöne rothaarige Frau trifft, die die Elefantendame Sonja beherbergt.

Da die Rocker der Gruppe „Never Again“ ihren Koffer aber mit aller Macht wiederhaben wollen, bekommt die ungewöhnliche Gruppe viele Schwierigkeiten. Die Polizei, die sich mit dem Fall des vermissten Allan befasst, tappt sehr lange völlig im Dunkeln und kann sich einfach keinen Reim auf die seltsamen Spuren und Hinweise, die sie sammelt, machen. Besonders merkwürdig erscheint ihnen ja, dass Allan auf seiner Flucht Menschen umgebracht haben soll, die Leichen aber partout nicht auftauchen wollen…

Neben dieser sehr, sehr amüsanten und spannenden Handlung erfährt man immer wieder Anekdoten aus Allans sehr langem Leben. Und diese sind mindestens genauso toll zu lesen wie die Geschichte seiner Flucht aus dem Altersheim, die sich in der Gegenwart abspielt. Man erfährt, wie er an beinahe allen politischen Ereignissen des 20. Jahrhunderts in irgendeiner Weise beteiligt war, wie er Mao, Stalin, Kim-Jong-il und viele andere kennenlernte und sowohl den Sowjets als auch den Amerikanern zum Bau der Atombombe verhalf.

Ich fand die Geschichte, die sich in der Gegenwart abspielte, spannender als die Rückblenden auf Allans bewegtes Leben. Vielleicht hätte ich diese auch spannender gefunden, wenn nicht immer wieder ein bisschen aus Allans Leben erzählt worden wäre, dann wieder etwas aus der Gegenwart, dann wieder die Geschichte von Allans Vergangenheit aufgegriffen worden wäre usw. Noch hinzu kam, dass ich relativ wenig am Stück lesen konnte, das macht es sicher auch noch schwieriger, der Handlung zu folgen.

Nichtsdestotrotz fand ich das Buch sehr unterhaltsam und spannend, mir ist es ein Rätsel, wie der Autor auf solche Ideen kommen konnte. Alles in allem ist es ein sehr unterhaltsames Buch, das ich gerne am Stück gelesen hätte.