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Knochenfinder - Melanie Lahmer Ich habe das Buch von meiner Mutter geschenkt bekommen. Von der Autorin hatten wir beide vorher nichts gehört, meine Mutter hat es wohl auch nur gekauft und mir geschenkt, da es ein Krimi ist, in dem es um Geocaching geht.

Gespannt war ich allemal, da ich noch nie ein Buch gelesen habe, in dem es ums Cachen geht. Der achtzehnjährige Schüler René verschwindet spurlos. Seine Eltern wollen erst nach zwei Tagen bemerkt haben, dass ihr Sohn nicht mehr auftaucht und benachrichtigen die Polizei. Wenig später werden in verschiedenen Caches Finger gefunden. Menschliche Finger. Als Natascha Krüger und ihre Kollegen herausfinden, dass an der Schule der Vermissten Gewaltvideos kursierten und René involviert war, beginnt für sie ein Wettlauf mit der Zeit…

Zunächst fand ich es etwas irritierend, dass Natascha Krüger, die als Kriminalkommissarin in Siegen ermittelt, der Stadt rein gar nichts abgewinnen kann und sich am liebsten versetzen lassen will. Ihr Versetzungsantrag wird aber abgelehnt und kurz danach gerät sie in einen komplizierten Fall einer Entführung, während dem sie selbst auch in Gefahr gerät. Das klang für mich ziemlich klischeehaft und sonderlich viel habe ich mir von der Krimihandlung eigentlich auch nicht erwartet. Ich habe mich aber eines besseren belehren lassen.

Die drei Ermittler Krüger, Winterberg und Lorenz fand ich alle sehr sympathisch, wobei man von Lorenz weniger erfuhr als von seinen beiden Kollegen. Was mir Winterberg vor allem sympathisch machte, war, dass er außer dem nervenaufreibenden Fall, an dem er und seine Kollegen ermitteln, auch noch eine problematische Situation zuhause in den Griff bekommen sollte, damit aber nicht so recht umgehen kann. Sein Sohn soll in Drogengeschichten verwickelt sein? Für Winterberg, wie hoffentlich für alle Eltern, ein Alptraum! Was mir aber überhaupt nicht gefallen hat, war die Beschreibung seines Familienlebens – seine Frau kocht das Mittagessen, seine Söhne helfen beim Tisch decken, er selbst tut nichts, während seine Frau hinterher abräumt und spült und eine brave Hausfrau ist. Das hat mich persönlich etwas gestört, aber es gehört ja auch gar nicht zur Haupthandlung des Krimis.

Spannend fand ich auch, dass die Handlung nicht nur aus der Sicht der drei Kommissare erzählt wird, sondern auch immer wieder Teile aus der Sicht Renés und aus der Sicht seines Entführers geschildert werden. Das machte die Handlung gleich noch viel spannender. Zum Geocaching wurde man hingeführt, indem Natascha zusammen mit einem jungen Kollegen cachen gehen wollte und er ihr einiges erklärte. Auch später erfährt man immer wieder Dinge rund ums Cachen, da sie von verschiedenen Leuten erklärt werden. Für Leute, die noch nie Cachen waren, ist das sicherlich hilfreich, um sich unter diesem Hobby etwas vorstellen zu können, für Leute, die selbst cachen gehen, ist das natürlich keine neue Information.

Kurz gesagt fand ich den Krimi sehr spannend und es war erfrischend, ein Buch zu lesen, in dem auch Geocaching thematisiert wird.