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megchen

Seitenrascheln

Liebe. Ein unordentliches Gefühl - Richard David Precht Dieses Buch hatten mir meine Eltern zum Geburtstag geschenkt und ich bin endlich einmal dazu gekommen, es zu lesen. Es hat mich nämlich unheimlich interessiert, was Herr Precht so über die Liebe schreibt. Es ist erstaunlich zu sehen, wie viele verschiedene Theorien, die dieses wirklich unordentliche Gefühl (da sich die Liebe nicht in irgendein Schema stecken lässt) zu erklären. Eine davon ist, dass die geschlechtliche Liebe sozusagen die "Nachfolge" der Liebe des Kindes zu den Eltern antritt.
Die Frage ist auch - was wollen wir, wenn wir lieben? Einige sind der Meinung, man wolle sich an erster Stelle selbst verwirklichen, indem man mit jemandem eine Beziehung eingeht. Denn man sehe sich selbt in dem Bild, das der andere von einem hat.
Jedenfalls funkt die Liebe den Evolutionspsychologen dazwischen, die behaupten, der Mann wolle sich einfach nur so oft wie es geht vermehren, um seine Gene so gut es geht zu verbreiten und fortleben zu lassen.
Den Evolutionspsychologen zerstört natürlich noch mehr als nur die Liebe ihre schöne Theorie - denn wie ist das mit Menschen, die homosexuell sind? Ihnen kann ganz gewiss nicht daran gelegen sein, ihre Gene zu verbreiten.

Nicht einverstanden war ich mit der These, dass Kinder in modernen Patchworkfamilien ein weitaus besseres Sozialverhalten an den Tag legen als Kinder aus "Mann-Frau-ein Kind"-Familien. Das ist eine ziemlich gewagte Theorie, denn ich denke, dass Einzelkinder durchaus zu Rücksichtnahme, Mitgefühl und Konfliktlösung in der Lage sind.